Aufbau und Inhalt

NEPS-Studie „Schule, Ausbildung und Beruf“

Die NEPS-Studie ermöglicht es zum ersten Mal, Bildung in Deutschland über die ganze Lebensspanne hinweg zu betrachten. Zu diesem Zweck werden dieselben Personen mehrmals an verschiedenen Stationen ihres Bildungsweges befragt und ihre Kompetenzen in verschiedenen Bereichen erhoben. Dadurch können stabile Zustände, aber auch Veränderungen über die Zeit, wie beispielsweise Interessen- und Kompetenzentwicklungen, beobachtet werden. Damit wird es auch möglich, bestimmte Ereignisse – wie zum Beispiel den Wechsel einer Schulform – genauer zu analysieren oder zu untersuchen, welche Konsequenzen mit ihnen verbunden sind. Neben den wiederholten Befragungen zeichnet sich die NEPS-Studie auch dadurch aus, dass unterschiedliche Befragungsmethoden zum Einsatz kommen.

Die Schülerinnen und Schüler, die sich in der Sekundarstufe I oder II befinden, bearbeiten regelmäßig Aufgaben und beantworten Fragen.

Da das Elternhaus für den schulischen Weg der Schülerinnen und Schüler von großer Bedeutung ist, wird auch ein Elternteil telefonisch befragt.

Um Zusatzinformationen zum schulischen Umfeld der Schülerinnen und Schüler zu erhalten, werden ebenfalls die Lehrkräfte und die Schulleitungen befragt.
 

Die Befragung der Schülerinnen und Schüler Ein erfolgreicher Bildungsweg steht in einem engen Zusammenhang mit den Kompetenzen, das heißt den Kenntnissen, Fähig- und Fertigkeiten, die Schülerinnen und Schüler mitbringen beziehungsweise während ihrer Schulzeit erwerben. Die Lernentwicklung wird von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst. Daher kombiniert die NEPS-Studie „Schule, Ausbildung und Beruf“ die Messung von Kompetenzen und die Befragung der Schülerinnen und Schüler. In den Klassenstufen 5 bis 12 bzw. 13 bearbeiten die Schülerinnen und Schüler Aufgaben aus den Bereichen Mathematik, Naturwissenschaften, Computerwissen, Strategiewissen, Lesen, Rechtschreibung und Englisch sowie wissenschaftliches Denken. Fast alle Kompetenzbereiche werden in mehreren Klassenstufen erhoben, um Entwicklungsverläufe untersuchen zu können. In den Fragebögen wird beispielsweise nach dem familiären Hintergrund, nach den Interessen sowie nach den Vorstellungen der Schülerinnen und Schüler über ihre schulische und berufliche Zukunft gefragt. Daneben sind wir an der Meinung der Schülerinnen und Schüler zu verschiedenen weiteren Themen interessiert. Für die Durchführung kommen geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des IEA Hamburg an einem Vormittag in die Schulen. Die Erhebung dauert jeweils zwischen zwei und vier Stunden. Die Schülerinnen und Schüler, die die Schule gewechselt haben, erhalten bis zur 10. Klasse Fragebögen per Post. Ab der 11. Klasse werden sie telefonisch kontaktiert und zu einer Online-Befragung eingeladen. Gelegentlich werden sie aber auch zu Hause besucht und gebeten, Aufgaben am Laptop zu bearbeiten. Diese beinhalten zumeist Kenntnisse in Mathematik, Lesen oder zum Umgang mit Computern.
 

Die Befragung der Eltern Das Elternhaus ist von großer Bedeutung für den schulischen Weg der Schülerinnen und Schüler. Manche Informationen zu ihrer Familie können die Schülerinnen und Schüler aber nicht selbst geben. Weiterhin ist uns die persönliche Einschätzung der Eltern besonders wichtig. Daher befragen wir (in unregelmäßigen Abständen) in den Klassenstufen 5 bis 12 bzw. 13 auch ein Elternteil telefonisch. Die Eltern werden unter anderem gebeten, Angaben zur Schulsituation sowie zum häuslichen und familiären Umfeld zu machen. Wir stellen zum Beispiel Fragen über die Herkunft der Eltern und deren Berufstätigkeit. Außerdem interessieren uns beispielsweise die Vorstellungen der Eltern über die schulische und berufliche Zukunft ihres Kindes und die Unterstützungsmöglichkeiten bei der Berufswahl. Dazu werden die Eltern von geschulten Interviewerinnen und Interviewern des Bonner Instituts infas zu Hause angerufen. Die Dauer eines Interviews beträgt etwa 30 Minuten.
 

Die Befragung der Lehrkräfte und Schulleitungen Um die Lernumwelt der Schülerinnen und Schüler zu erfassen, werden die Lehrkräfte und Schulleitungen gebeten, Fragebögen auszufüllen. Wir stellen darin Fragen, die für die Lernbedingungen an der Schule aufschlussreich sind. Diese Informationen sind grundlegend, um die Kompetenzentwicklungen und Bildungsverläufe der Schülerinnen und Schüler erklären zu können. Alle Lehrkräfte von Schülerinnen und Schülern, welche die 5. bis 10. Klassenstufe besuchen, werden gebeten, Angaben zum Unterricht, zu ihren pädagogischen Konzepten sowie zu ihrer Aus- und Fortbildung zu machen. Daneben werden die Klassenlehrkräfte unter anderem nach der Klassengröße und -zusammensetzung gefragt. Die Fachlehrkräfte in Deutsch und Mathematik werden außerdem um Angaben zu ihrem Fachunterricht gebeten. Die Schulleitungen werden in allen Erhebungen befragt. Sie werden in erster Linie gebeten, Angaben zur strukturellen Komposition der Schule zu machen. Dabei werden sie beispielsweise zur Zusammensetzung der Schülerschaft und des Kollegiums sowie zu Fördermaßnahmen und Qualitätssicherung an der Schule befragt. Die Befragungen der Lehrkräfte und Schulleitungen werden vom IEA Hamburg durchgeführt.