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Neues zur NEPS-Studie "Bildungsverläufe in Deutschland"

Kita-Besuch kann soziale Unterschiede angleichen

07.03.2024

Fähigkeiten von Kindern entwickeln sich schon in jungen Jahren unterschiedlich – insbesondere, weil sich die Entwicklungs- und Lernmöglichkeiten in ihren Familien voneinander unterscheiden. Neue Ergebnisse der NEPS-Studie „Bildungsverläufe in Deutschland“ zeigen, dass sozial benachteiligte Kinder besonders stark von institutioneller Betreuung profitieren. Gerade diese Kinder sind dabei gleichzeitig sehr stark von fehlenden Betreuungsplätzen betroffen.


Bild: Pexels.com/Natalie Bond

 

Die häusliche Lernumgebung spielt für Kleinkinder eine zentrale Rolle bei ihrer kognitiven bzw. geistigen oder intellektuellen, sozialen und emotionalen Entwicklung. Der Besuch einer Kindertagesstätte hingegen kann unabhängig von den Bedingungen im Elternhaus Vorteile bringen, weil die Kinder dort andere Dinge lernen als zu Hause, beispielsweise durch das Miteinander mit Gleichaltrigen oder durch den Kontakt mit pädagogischen Konzepten.

 

Kita-Besuch hängt vom sozialen Status ab

Die Ergebnisse der NEPS-Studie zeigen, dass Kinder aus Familien mit höherem Einkommen im Alter von zwei Jahren häufiger eine Betreuungseinrichtung besuchen als Kinder aus sozial benachteiligten Elternhäusern. Letztere ziehen aber die größeren Vorteile aus dem Kita-Besuch, besonders im Hinblick auf ihre kognitiven Fähigkeiten, beispielsweise in Bereich Mathematik oder beim Wortschatz. Unabhängig von ihrer sozialen Herkunft gilt zudem für alle Kinder, dass der Kita-Besuch ihre sozial-emotionalen Fähigkeiten stärkt. Der Besuch einer Kindertageseinrichtung könne also sozial ausgleichend wirken, sagt Prof. Dr. Corinna Kleinert (Leibniz-Institut für Bildungsverläufe), eine der Autorinnen der wissenschaftlichen Publikation.

 

Weiterer Kita-Ausbau kann helfen

Auch wenn die Vorteile bei institutioneller Kinderbetreuung gerade für sozial benachteiligte Familien am höchsten sind, hängt die tatsächliche Nutzung stark vom sozialen und wirtschaftlichen Hintergrund der Eltern ab. Die Forschenden fordern deshalb nicht nur, die Anzahl an Betreuungsplätzen weiter auszubauen, sondern auch den Zugang für benachteiligte Kinder zu erleichtern. Beides sei langfristig hilfreich, um soziale Ungleichheit abzubauen und Fähigkeiten von Kindern zu fördern.

 

Eine Zusammenfassung der Studie ist als Transferbericht in der Reihe LIfBi Forschung kompakt unter dem Titel „Führt ein Kitabesuch zu einer Angleichung sozialer Unterschiede?“ [Hyperlink] erschienen.

 

Originalliteratur

Ghirardi, G., Baier, T., Kleinert, C., & Triventi, M. (2023). Is early formal childcare an equalizer? How attending childcare and education centres affects children’s cognitive and socio-emotional skills in Germany. European Sociological Review, 39(5), 692–707. https://doi.org/10.1093/esr/jcac048