Ergebnisse

Welche Erkenntnisse liefert die NEPS-Studie?

Eine andere Muttersprache als Deutsch zu haben, galt lange Zeit als Defizit. Dass es auch nützlich sein kann, eine andere Sprache als Deutsch in der Familie zu lernen, zeigt eine aktuelle Studie: Jugendliche mit Zuwanderungshintergrund profitieren beim Lesen deutschsprachiger Texte davon, wenn sie ihre Muttersprache gut beherrschen.
Unklarheit über den Wert eines ausländischen Abschlusses oder eine fehlende Arbeitserlaubnis – Hürden wie diese können eine Erklärung dafür sein, warum ein Teil der Zugewanderten in Deutschland an Bildungsmaßnahmen teilnehmen, um ihre Arbeitsmarktchancen zu verbessern. Aber auch die Tätigkeit von Menschen unmittelbar vor ihrer Migration beeinflusst, ob und wie lange sie nach ihrem Zuzug nach Deutschland Aus- oder Fortbildungsangebote in Anspruch nehmen.
Kinder aus privilegierten Elternhäusern sind nach wie vor die Gewinner, wenn es um die Abiturquote geht – und zwar auch bei den Quoten nachgeholter Abschlüsse. Anreize zum Nachholen der Hochschulreife steigen jedoch in den letzten Jahren auch für Arbeiterkinder.
Ob Frauen nach der Geburt zweier Kinder in gleichem Maße an ihre Karriere anschließen können, hängt auch davon ab, wie lange Mütter pausieren und wie sie die Zeit zwischen den Geburten verbringen: mit der Betreuung ihres Kindes zu Hause, in einer Teilzeit- oder Vollzeitbeschäftigung? Je nach Bildungsabschluss der Frauen hat die Entscheidung unterschiedliche Auswirkungen auf die Karriere.
Inwieweit der Anteil an einheimischen Freunden zur Identifikation mit dem Aufnahmeland beiträgt, ist von Migrantengruppe zu Migrantengruppe unterschiedlich. Für fast alle der untersuchten Migrantengruppen gilt jedoch: Jugendliche, die sich stark mit der eigenen Herkunftsgruppe identifizieren, empfinden gleichzeitig eine weniger starke Bindung zu Deutschland.