Ergebnisse

Welche Erkenntnisse liefert die NEPS-Studie?

Neu an der Uni – und jetzt?

24.02.2020

Der Start ins Studium gelingt Studierenden besser, wenn sie über ein hohes Selbstwertgefühl verfügen und gewissenhaft sind – aber auch die Lehrqualität ist wichtig.

© iStock.com / monkeybusinessimages  

Dr. Hildegard Schaeper (Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung) zeigt das mit NEPS-Daten von 10.697 Studierenden, die sich im Winter 2010/2011 im ersten Semester befanden. Wie gut sie sich im Studium an der Hochschule zurechtfanden, wurde am Anfang des zweiten Studienjahres untersucht. Dabei wurden ihre Leistungen erhoben und sie wurden nach dem Verhältnis zum Lehrpersonal sowie zur Lehrqualität gefragt. Betrachtet wurde auch, inwieweit sich die Studierenden mit ihrem Studiengang identifizieren und natürlich die Freude am gewählten Studiengang.

Schaepers Ergebnisse zeigen: Dafür, wie die Studierenden im Studium zurechtkommen, spielen ihre Persönlichkeit und ganz bestimmte Fähigkeiten eine große Rolle. Hervorzuheben sind hier kognitive Fähigkeiten, also zum Beispiel eine hohe Auffassungsgabe, aber auch Persönlichkeitsmerkmale wie Gewissenhaftigkeit und Hartnäckigkeit bei der Verfolgung von Zielen. All das hat einen positiven Effekt auf einen gelungenen Start ins Studium. Als einflussreichster Gesichtspunkt stellte sich aber das Selbstwertgefühl der Studierenden heraus. Dieser Befund steht im Einklang mit dem Ergebnis früherer Untersuchungen, dass die Selbstwirksamkeitserwartung ein wichtiger Einflussfaktor für Bildungserfolg ist. Unter Selbstwirksamkeitserwartung wird das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten verstanden, also die Überzeugung einer Person, auch schwierige Aufgaben erfolgreich bewältigen zu können.

Für einen gelungenen Start an der Hochschule ebenso wichtig wie diese psychologischen Eigenschaften ist aber auch die Qualität der Lehre, also zum Beispiel eine anregende Lernatmosphäre und bestimmte Lehrmethoden.

Originalliteratur

Schaeper, H. (2020). The first year in higher education: the role of individual factors and the learning environment for academic integration. Higher Education. 79(1), 95-110. doi:10.1007/s10734-019-00398-0