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Welche Erkenntnisse liefert die NEPS-Studie?

Mütter in Risikolagen brauchen soziale Unterstützung, besonders wenn ihre Kinder "schwierig" sind

01.10.2018

Ob das Temperament von sechs bis acht Monate alten Kindern auch das Verhalten ihrer Mütter beeinflusst, hängt Ergebnissen der NEPS-Studie zufolge von den Rahmenbedingungen ab: Müttern, in deren Familie sich Probleme häufen, fällt es schwerer, mit schwierigen Kindern umzugehen.

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Ob das Temperament von sechs bis acht Monate alten Kindern auch das Verhalten ihrer Mütter beeinflusst, hängt Ergebnissen der NEPS-Studie zufolge von den Rahmenbedingungen ab: Müttern, in deren Familie sich Probleme häufen, fällt es schwerer, mit schwierigen Kindern umzugehen.

Die internationale Forschung liefert bislang keine eindeutigen Belege für den vermuteten Zusammenhang zwischen dem Temperament der Kinder und dem Verhalten der Mütter. Die Ergebnisse können zudem nicht direkt auf Familien in Deutschland übertragen werden, da Interaktionen zwischen Eltern und Kindern stark kulturell geprägt sind. Jan-David Freund (Otto-Friedrich-Universität Bamberg), Dr. Anja Linberg (Leibniz-Institut für Bildungsverläufe) und Prof. Dr. Sabine Weinert (Otto-Friedrich-Universität Bamberg) prüften mit NEPS-Daten die These, dass eine Verringerung der Qualität des Interaktionsverhaltens der Mütter vor allem bei einer Häufung von Problemen zu erwarten ist. Mütter, die einer Häufung nachteiliger Einflüsse ausgesetzt sind, werden in der Untersuchung daher als Risikogruppe angesehen.
In der NEPS-Studie „Bildung von Anfang an“ liegen Beobachtungsdaten zum Interaktionsverhalten von Müttern vor: In häuslicher Umgebung wurden Spielsituationen der Kinder mit bestimmten Spielzeugen gefilmt. Das Temperament der Kinder wurde anhand von Interviews mit ihren Müttern erfasst. Die Ergebnisse der Analysen zeigen: Nur bei einer Häufung von Problemlagen beeinflusst das kindliche Temperament die Qualität der Interaktion der Mutter. Sehr deutlich trifft das auf alleinerziehende Mütter mit geringem Haushaltseinkommen zu. Die Ergebnisse der Untersuchung bestätigten zudem, dass soziale Unterstützung vor allem für Mütter in der Risikogruppe ein bedeutender positiver Einflussfaktor ist: Sie ist besonders wertvoll für die Entwicklung schwieriger Kinder.

Originalliteratur

Freund, J.-D., Linberg, A., & Weinert, S. (2017). Ein-fluss eines schwierigen frühkindlichen Temperaments auf die Qualität der Mutter-Kind-Interaktion unter psychosozialen Risikolagen. Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, 49(4), 197–209. doi:10.1026/0049-8637/a000181