NEPS-Malwettbewerb ein großer Erfolg

 
06.11.2015
 
Die Gewinner des Juryentscheids und der Verlosung stehen fest und wurden benachrichtigt.
 

„Das ist ja toll gezeichnet!“, „Finde ich sehr überraschend, was hier dargestellt ist.“ oder „Ich kann mich gar nicht entscheiden!“ waren nur einige wenige Kommentare, die von Jurymitgliedern des NEPS-Malwettbewerbs zu hören waren. Wir hatten im Sommer 2015 alle etwa 60.000 Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer aufgerufen, sich zum Thema „Was ist das Wichtigste, das Sie bisher in Ihrem Leben gelernt haben?“ Gedanken zu machen und uns ihre Bilder dazu zu schicken. Über 1.100 Einsendungen von Personen aus allen NEPS-Studien erreichten uns. Immerhin neun Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren über 60 Jahre alt, rund 100 waren jünger als vier Jahre. Besonders überrascht hat uns, dass immerhin über 280 junge Erwachsene im Alter von 19 bis 26 Jahren teilgenommen haben. Diese hohe Beteiligung quer durch alle NEPS-Studien hat uns sehr gefreut! Herzlichen Dank für all die Bilder!

Eine Vorauswahl von 85 Bildern haben wir einer Jury vorgelegt. In der Jury (Bild 1) vertreten waren neben LIfBi-Direktor Prof. Dr. Hans-Günther Roßbach und der wissenschaftlich-koordinierenden Geschäftsführerin Dr. Jutta von Maurice Repräsentantinnen und Repräsentanten aller in die NEPS-Studie einbezogenen Personengruppen und der Erhebungsinstitute IEA, DPC und infas. Die künstlerische Expertise steuerte die Bamberger Malerin Christine Gruber, Mitglied des Berufsverbands Bildender Künstler Oberfranken, bei.

Bild 1: Die Jury tagt

 
„Mit viel Liebe, Eifer und Bedacht“


Alle Jurymitglieder waren erstaunt über die Qualität der eingesendeten Bilder und begeistert vom Ideenreichtum, den sie zeigen. Nach eingehendem Studium der Bilder verteilten die Beteiligten ihre Punkte und am Ende stand ein eindeutiger Sieger des Juryentscheids fest. Die Zeichnung (Bild 2) stammt von der 26-jährigen Sonja, Teilnehmerin in der NEPS-Studie „Hochschulstudium und Übergang in den Beruf“.

Bild 2: Siegerbild des NEPS-Malwettbewerbs von Sonja, 26 Jahre



„Die ausgewählten 85 Bilder sind alle mit viel Liebe, Eifer und Bedacht gemalt und gezeichnet. Schön für die Gewinner. Das Siegerbild ist zerbrechlich, fein nuanciert, atmosphärisch, da es aufgrund der schwarzen Farbe und der Abwärtsbewegung des Sprunges auch etwas Bedrohliches hat, angemessen in unruhiger Zeit. Das wird überraschen“, so die Künstlerin Christine Gruber über die Werke. Die Gewinnerin des Juryentscheids kann sich nun über eine Reise für zwei Personen nach Bamberg freuen.

Wie angekündigt gab es zudem unter allen Einsendungen zum Malwettbewerb eine Verlosung (Bild 3) unabhängig von der künstlerischen Qualität der Bilder. Hauptpreis ist ebenfalls eine Reise nach Bamberg für bis zu vier Personen, weiterhin wurden Gutscheine verlost. Alle Gewinnerinnen und Gewinner des NEPS-Malwettbewerb und der Verlosung wurden bereits benachrichtigt.

Bild 3: Brigitte Bogensperger und Philipp Bauer (beide Datenschutz LIfBi) bei der Verlosung der Gewinne

Mit Raumanzug ins Weltall

Was uns ebenfalls sehr gefreut hat, waren die persönlichen Geschichten oder Erläuterungen, die vielen Bildern beigelegt waren. Teils berührend, teils amüsant, teils sehr ausführlich, teils in wenigen Worten auf den Punkt gebracht konnten wir lesen, was die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der NEPS-Studie bewegt. Viele der Teilnehmenden bedankten sich für den mit dem Wettbewerb initiierten Denkanstoß, einmal über sich selbst und den persönlichen Wandel zu reflektieren.

Die kleinsten Künstlerinnen und Künstler, denen wir unsere Frage gestellt haben, stellen vor allem das Sprechen und das Laufen lernen als das Wesentlichste in ihrem Leben heraus. Ganz besonderer Stolz strahlte aus den Beiträgen rund um das Laufrad. Doch nicht nur diese grundlegenden Schritte in die Eigenständigkeit beschäftigen die etwa 3- bis 4-Jährigen. Für einen jungen Teilnehmer ist die Erkenntnis „Es ist gefährlich, ohne einen Raumanzug in den Weltraum zu gehen“ äußerst bedeutsam, nachdem er ein Video vom Start einer Weltraumrakete gesehen hatte. Ein anderes Kind beschreibt als das Wichtigste, was es in seinem Leben bisher gelernt hat, die Tatsache, dass Katzen auch schwimmen können.

Je älter die Teilnehmenden, umso tiefgründiger und philosophischer sind die Antworten. Ein Schüler aus der Grundschule malte zum Beispiel ein Bild davon, wie er sich am Wasserkocher verbrühte und fügte auf der Rückseite als Kommentar hinzu: „Es gibt Dinge, die sollten besser Erwachsene machen, auch wenn man glaubt, man ist schon groß genug. Sonst kann das böse enden.“ Für viele Grundschülerinnen und Grundschüler ist das Lesen das Wichtigste, das sie bisher gelernt haben. Das Thema Lesen zieht sich vom Grundschulalter an durch alle Altersklassen. Ebenso spielt der Umweltschutz eine wesentliche Rolle. Aber auch das Erlernen verschiedener Sportarten wie Schwimmen, Basketball- oder Fußballspielen steht bei den etwa 10-Jährigen hoch im Kurs.

Freunde und Familie

Authentisch zu sein und für seine eigenen Ansichten einzustehen, ohne sich von anderen manipulieren zu lassen, ist für einen Großteil der älteren Schülerinnen und Schüler das Wichtigste, was sie bis dato gelernt haben. Sich trotz Andersartigkeit oder Meinungsverschiedenheit auf seine Freunde verlassen zu können, macht einen zweiten thematischen Schwerpunkt der jugendlichen Künstler aus. Freundschaft zu „wahren, hüten und pflegen“ gehört damit zu den wichtigsten Erkenntnissen. Daneben ist die Familie ein weiterer Stützpfeiler in jeder Lebenslage. Viele junge Erwachsene unter den Teilnehmenden beschäftigen vor allem die Themen Respekt, Toleranz und Hilfsbereitschaft. Den Mut zu finden, seinen eigenen Weg entgegen der Einwände anderer Personen zu gehen, ist ein charakteristisches Thema junger und auch älterer Erwachsener unseres Malwettbewerbs. „Aus Angst davor, Fehler zu machen, fehlt der Mut, um Neues zu wagen. Damit stehen wir uns nur selbst im Weg“, meint eine studentische Teilnehmerin.

Bildung ist ein Geschenk

Das voneinander und miteinander Lernen spielt in vielen Bildern ebenfalls eine wesentliche Rolle – auch rund um das Thema Integration, das sich in den Werken der Künstlerinnen und Künstler aller Altersklassen widerspiegelt. „Zusammenhalt schafft Zukunft!“ bringt es eine Teilnehmerin auf den Punkt. Wir haben gelernt, dass es ganz unterschiedliche Dinge sind, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer als das Wichtigste ansehen, was sie in ihrem bisherigen Leben gelernt haben, dass es aber auch viele Gemeinsamkeiten gibt. Die Aussage eines Teilnehmers trifft es hier wohl am besten: „Das Wichtigste, das ich in meinem Leben gelernt habe, ist nicht, wie man eine Gleichung löst oder eine Analyse schreibt, sondern dass Bildung ein Geschenk ist und etwas, das man einzig für sich tut.“

Wir bedanken uns dafür, dass Sie uns anvertraut haben, was Ihnen in Ihrem Lernen wichtig war und ist und mit welchen Themen Sie sich intensiv auseinandersetzen. Da Sie einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, die Bildungsprozesse in Deutschland zu verbessern, ist es für uns besonders spannend, zu erfahren, was Sie bewegt und antreibt.

 
 
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