Konsequenzen der G8-Reform

 
08.05.2015
 
Anhand von NEPS-Daten wurden Leistungen, Wohlbefinden und Freizeitverhalten von Schülerinnen und Schülern vor und nach der G8-Reform in Baden-Württemberg untersucht.
 

Die Autoren Prof. Dr. Ulrich Trautwein, Nicolas Hübner, Dr. Wolfgang Wagner und Dr. Jochen Kramer vom Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung der Eberhard Karls Universität Tübingen untersuchten anhand von NEPS-Daten, wie sich die G8-Reform in Baden-Württemberg auswirkt. Die Studie wurde auf einer Pressekonferenz im dortigen Kultusministerium vorgestellt.

Die zentralen Ergebnisse lassen sich folgendermaßen zusammenfassen: Es zeigten sich keine Unterschiede bei den Abiturnoten von G8- und G9-Schülerinnen und -Schülern, keine oder nur geringfügige Unterschiede bei den Kompetenzen in Mathematik, Physik und Biologie, aber eine als größer empfundene Beanspruchung und weniger gutes gesundheitliches Wohlbefinden bei den Schülerinnen und Schülern, die nach acht Jahren Gymnasium das Abitur ablegten. Auffällig war das signifikant bessere Abschneiden der G9-Schülerinnen und -Schüler im Kompetenzbereich Englisch. Dies ließe sich aber nicht zwingend der G8-Reform zuschreiben, sondern könnte ein vorübergehender Effekt der Umstellung der Fremdsprachenkonzeption des Landes Baden-Württemberg sein, heißt es in der Studie. Aufgrund der Ergebnisse empfehlen die Autoren, auf eine weitere Debatte um G8 und G9 zu verzichten.

Die Daten der Studie wurden im Rahmen der NEPS-Studie "Bildungsverläufe in Deutschland" erhoben. Insgesamt lagen Daten von rund 5.000 baden-württembergischen Schülerinnen und Schülern aus 48 Gymnasien vor; die Schülerinnen und Schüler wurden am Ende ihrer Schulzeit nach den schriftlichen Abiturprüfungen befragt. Einbezogen wurden die Abiturjahrgänge 2011 (G9), 2012 (Doppeljahrgang G8 und G9) sowie der erste reine G8-Jahrgang 2013.

Ausführliche Informationen zur Studie finden Sie hier.