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Welche Erkenntnisse liefert die NEPS-Studie?

Weiterbildung stärkt gesellschaftliches Engagement

20.08.2019

Die NEPS-Studie bietet vielfältige Möglichkeiten, die „Erträge“ von Bildung zu untersuchen. Dabei gehen die Fragen über das Einkommen, die Karriere sowie die Qualität und Stabilität von Beschäftigung hinaus. Mit den NEPS-Daten sind auch Untersuchungen über den Beitrag von Bildung zum gesellschaftlichen Zusammenhalt, zum politischen Engagement oder zur individuellen Lebenszufriedenheit möglich.

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Ina E. Rüber (Deutsches Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen), Dr. Jens Ruhose (Leibniz Universität Hannover) und Robin Busse (Georg-August-Universität Göttingen) zeigen unter anderem mit Daten auf Basis der Antworten von Teilnehmenden der NEPS-Erwachsenenstudie, welche Art von Lernen mit erhöhtem gesellschaftlichen Engagement verbunden ist.

Lernen ist nämlich nicht immer gleich Lernen: In der Schule oder Hochschule spricht man von formaler Bildung. Dabei kann ein Berufs- oder Schulab-schluss erworben werden. Man kann aber auch im Rahmen von Weiterbildung an Kursen unterschiedlicher Anbieter teilnehmen: Bei dieser sogenannten non-formalen Bildung geht es um zusätzliche Qualifikationen. Am Ende steht kein Abschluss, aber häufig ein Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme. Weder ein Zertifikat noch einen Abschluss gibt es dagegen beim informellen Lernen: Damit ist der Wissenserwerb beispielsweise durch Lesen und die Nutzung neuer Medien wie des Internets gemeint.

In den Befragungen der NEPS-Studie wird das zivilgesellschaftliche Engagement der Teilnehmenden durch die Frage erfasst, ob sie zum Beispiel eine aktive Rolle in Vereinen, Wohltätigkeitsverbänden, Parteien oder Interessengruppen spielen. Darunter fällt auch die ehrenamtliche Arbeit innerhalb einer religiösen Gemeinde oder seltener das Schöffenamt bei Gericht.

Die Analyse von Rüber, Ruhose und Busse untersucht nun den Zusammenhang zwischen verschiedenen Formen des Lernens und zivilgesellschaftlichem Engagement. Bei Lernenden im Bereich formaler Bildung auf dem Weg zu einem Abschluss gibt es genauso viele Engagierte wie Nicht-Engagierte. Für die zivilgesellschaftliche Beteiligung im Bereich non-formaler Bildung und informeller Lernaktivitäten zeigen sich aber klare Unterschiede: Bei Lernenden außerhalb von Bildungseinrichtungen wie Schule und Hochschule sind diejenigen, die sich für die Allgemeinheit engagieren, deutlich in der Überzahl.

Aus diesen und weiterführenden Analysen schließen Rüber, Ruhose und Busse, dass vor allem non-formale Bildung zivilgesellschaftliches Engagement stärken kann.

Originalliteratur

Rüber, I. E., Ruhose, J., & Busse, R. (2019). Weiterbildung kann das Engagement fördern: Stärkt das Lernen Erwachsener die Zivilgesellschaft? Weiterbildung. Zeitschrift für Grundlagen, Praxis und Trends, 30(1), 34–37.